< Der fliegende Meister

Keine Zeit für ein Hobby

Den Goldenen Meisterbrief erhielt Peter Trienes.

Den Goldenen Meisterbrief erhielt Peter Trienes (2.v.r.) von Frank Mund (links), dem Präsidenten des Landesverbandes NRW des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, Obermeister Richard Tendyck (rechts) und Geschäftsführer Marc Peters (Kreishandwerkerschaft).

03.12.2015

Peter Trienes erhielt den Goldenen Meisterbrief


Der 22. Oktober 1965 war für Peter Trienes ein ganz besonderer Tag: Damals legte der gebürtige Straelener die Meisterprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe ab. Etwas über 50 Jahre später gab es für den Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Nettetal-Breyell bei der Mitgliederversammlung der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Kreis Viersen den Goldenden Meisterbrief der Handwerkskammer Düsseldorf.

Der Präsident des Landesverbandes NRW des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, Frank Mund, Obermeister Richard Tendyck und Geschäftsführer Marc Peters (Kreishandwerkerschaft) überreichten die Urkunde an einen sichtlich gerührten Peter Trienes. „In den 50 Jahren habe ich eine wahnsinnige Technikentwicklung miterlebt. Nur mit entsprechender Weiterbildung konnte ich mit diesem Fortschritt mithalten“, bemerkt der 75-Jährige, der noch vor zwei Jahren eine Zusatzprüfung ablegte, um in bestimmten technischen Bereichen im Kfz-Gewerbe tätig sein zu können. Das werde aber sicherlich die letzte Prüfung seines Lebens gewesen sein, sagt Peter Trienes mit einem Schmunzeln. 

Er startete am 1. April 1955 die Kfz-Mechanikerlehre in Geldern. Es folgte die Gesellenzeit, wobei er nach mehreren Stationen wieder bei seinem Lehrmeister arbeitete. In Heide absolvierte er die Meisterschule, um danach zuerst als angestellter Meister zu arbeiten. Am 1. Juli 1968 schloss sich der nächste große Schritt in seiner beruflichen Laufbahn an. In einer alten Schmiede in Breyell machte sich Peter Trienes selbstständig. Von der mitten im Dorf liegenden Schmiede ging es 1980 ins Breyeller Gewerbegebiet Speckerfeld. Am Lötscherweg 53 entstand eine moderne Werkstatt. 1985 kam sogar ein Ausstellungsraum dazu. 

Die Werkstatt und das Mazda-Autohaus waren der Lebensinhalt für den Kfz-Mechanikermeister und seine Frau Katharina. „Für ein Hobby war irgendwie nie die Zeit da. Ich habe zwar zwei alte Fahrzeuge restauriert, aber so ein richtiges Hobby hatte ich nie“, berichtet Peter Trienes. Tochter Ulrike wuchs mit den Autos auf und trat ins elterliche Unternehmen ein. Allerdings nicht als Mechanikerin, sondern im kaufmännischen Bereich. Dort ist sie heute noch tätig, während sich ihr Vater jetzt langsam aber sicher aus dem Unternehmen zurückziehen möchte.