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In 120 Kirchen und Klöstern gearbeitet



Mit dem Goldenen Meisterbrief wurde Richard Helten (r.) ausgezeichnet. Klaus Koralewski (l.) von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein überreichte ihm die Urkunde bei einem Überraschungsbesuch, den die Kinder des Jubilars, Markus Helten und Christina Gärtner (auf der Treppe), organisiert hatten.

04.12.2020

Tischler Richard Helten aus Neuss-Hoisten erhielt den Goldenen Meisterbrief


Es war eine Überraschung, und die gelang voll und ganz: Mit dem Goldenen Meisterbrief wurde jetzt der Neusser Tischlermeister Richard Helten (72) ausgezeichnet. Die Urkunde der Handwerkskammer Düsseldorf überreichte ihm zuhause in Neuss-Hoisten der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Klaus Koralewski.

Richard Helten, 1948 auch im Stadtteil Hoisten geboren, absolvierte im November 1970 seine Meisterprüfung in Düsseldorf. „Ich war mit 22 Jahren damals der jüngste Meister im Kammerbezirk“, sagt der Jubilar. 1975 übernahm er von seinem Vater Matthias die Tischlerei, die wiederum dessen Vater 1903 gegründet hatte. Zuletzt war der Betrieb, den es heute nicht mehr gibt, an der Straße Am Hagelkreuz. Dort wurde auch 2003 das 100-jährige Bestehen gefeiert. Mit 63 Jahren ging Helten in den Ruhestand.

Der sakrale Innenausbau in Kirchen, Klöstern und Kapellen war Heltens Spezialbereich als Tischler, am Anfang zusammen mit seinem Vater. In über 120 Kirchen und Klöstern in der Region arbeitete er, baute Schränke für die Sakristei, fertigte Altäre, Beichtstühle und Bänke für den Kircheninnenraum. „Mein Meisterstück war damals ein Altar mit Ambo. Beides steht heute noch in der Kirche St. Michael in Neuss, und zwar in Norf-Derikum“, erzählt Richard Helten. Und was war sein wertvollster Auftrag? Helten muss nicht lange überlegen: „Das waren 14 neue Kirchenbänke für die Kirche in Neuss-Grefrath. Ich habe die Original-Bänke im neugotischen Stil nachgebaut.“ Auch die Kapelle des Johanna-Etienne-Krankenhauses in Neuss hat er eingerichtet. Zum sakralen Innenausbau war Richard Helten gekommen, nachdem sein Vater einen schweren Unfall hatte und danach einen neuen Arbeitssschwerpunkt suchte.

Neben seiner Tätigkeit als Tischlermeister war Richard Helten auch ehrenamtlich stark engagiert. Er arbeitete jahrzehntelang im Vorstand der Tischler-Innung Neuss mit, beispielsweise im Innungsausschuss „Handwerk pro Schule“. Daneben war sein großes Hobby die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. „Da war ich auch Ortsbrandmeister“, berichtet Helten. Heute noch ist er passives Mitglied. Er engagierte sich in der Kommunalpolitik, aktives Mitglied ist er heute noch im Schützenverein.

Zur Überreichung des Goldenen Meisterbriefes kamen auch frühere Mitarbeiter – coronabedingt nacheinander und unter Einhaltung der Corona-Regeln. „Einer der Mitarbeiter war insgesamt 42 Jahre im Betrieb dabei“, sagt Helten. „Es war wirklich eine schöne Überraschung. Ich habe mich sehr gefreut.“