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"Wir brauchen mehr Frauen in den Gremien der Handwerksorganisation"

11.03.2019

Am 15. März 2019 findet die 3. Fachtagung des Bundesverbands der Unternehmer Frauen im Handwerk (UFH) am Rande der Internationalen Handwerksmesse statt. Höhepunkt ist in diesem Jahr der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Frauen sind heute aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken. Dennoch wirbt das Handwerk stärker um Frauen denn je. Was steckt dahinter?

Keine erfolgreiche Wirtschaft kann auf Talente verzichten. Auch nicht das Handwerk. Frauen tragen in allen Bereichen zum Erfolg des Handwerks bei. Und eine junge Generation von gut ausgebildeten Frauen startet heute mit ganz neuen Perspektiven in die moderne, häufig digitale Handwerkswelt. Daher freut es mich sehr, dass immer mehr Frauen eine Karriere im Handwerk anstreben. Aber da ist noch gehörig Luft nach oben. Das Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Das Handwerk braucht mehr starke Frauen. Die Zeit ist reif und die Bereitschaft ist da. Junge Frauen werden im Rahmen der schulischen Berufsorientierung und der Imagekampagne des Handwerks explizit angesprochen, die eigenen Stärken und Talente jenseits von Stereotypen weiterzuentwickeln und neue Wege in der Berufswahl zu gehen. Viele Handwerkskammern und Fachverbände bieten Handwerkerinnen spezielle Fortbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch Studienaussteigerinnen, Quereinsteigerinnen und Akademikerinnen sind willkommen. Bundesweit können sich Frauen im Netzwerk „Unternehmerfrauen im Handwerk“ austauschen und weiterbilden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich auf der Internationalen Handwerksmesse mit den Unternehmerfrauen im Handwerk treffen. Ein wichtiges Zeichen?

Absolut, der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel freut uns sehr. Der Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk ist ein erfolgreiches Netzwerk weiblicher Führungskräfte im Handwerk. Darunter Unternehmerinnen, Meisterinnen und mitarbeitende Unternehmerfrau, aber auch Gesellinnen oder Auszubildende. Sie leisten wichtige Unterstützung für Frauen im Handwerk, z. B. durch einen regen Erfahrungsaustausch, durch Weiterbildungsangebote, aber auch durch Lobbyarbeit gegenüber der Politik und in der Handwerksorganisation.

Wissen, Kompetenz und Kommunikation zeichnen sie aus – und es waren diese drei Schlagworte, die sich die Unternehmerfrauen im Handwerk vor mehr als vier Jahrzehnten auf die Fahnen geschrieben haben. Damals waren die Zeiten noch so, dass sie als sogenannte mithelfende Ehefrauen den Laden schmissen – meist unsichtbar, unterbezahlt und ohne ausreichende soziale Absicherung.

Die Pionierinnen der Unternehmerfrauen wollten dies ändern. Sie wollten Anerkennung für ihre vielseitige Arbeit: im Betrieb, in Gesellschaft und Politik. Und genau hier haben die Unternehmerfrauen im Handwerk durch ihre Arbeit Entscheidendes in den letzten Jahrzehnten erreicht. Sie haben das Handwerk für Frauen verändert!

Sie klingen sehr beeindruckt?

Mich beeindrucken vor allem die Entschlossenheit, der Mut und die Kreativität, mit der die Unternehmerfrauen für ihre Rechte gekämpft und gestritten haben. Zu einer Zeit übrigens, in der das Thema „Frauen in Führung“ für den Rest der Wirtschaft noch keines war. Sie sind nicht selten die Managerin des Handwerkbetriebes.

Sie sind häufig in der kaufmännischen Geschäftsführung der Betriebe tätig. Sie verfügen über große Organisations- und Planungskompetenz durch qualifizierte Aus- und Weiterbildungen und entwickeln ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten durch zertifizierte Weiterbildungsangebote kontinuierlich weiter.

Ich möchte Frauen im Handwerk ermutigen, mitzugestalten und sich für Ämter in der Handwerksorganisation zu bewerben. Im Handwerk gibt es viele Möglichkeiten, sich direkt einzubringen. Wir brauchen mehr Frauen in den wichtigsten ehrenamtlichen Gremien der Handwerkskammern: den Vollversammlungen.

Ihre Mitglieder treffen Richtungsentscheidungen für das Handwerk in der Region. Und hier sollten mehr Frauen mit dabei sein, wenn es darum geht, der Zukunft im Handwerk eine Richtung und Gestalt zu geben.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks